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Somalia: Evangelische Hilfswerke fordern Verhandlungen und Einstellung der Luftangriffe - Humanitaere Hilfe muss dringend verstaerkt werden
12 Jan 2007 12:37:00 GMT
Diakonie Katastrophenhilfe
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Stuttgart, 12.01.2007 Angesichts der katastrophalen humanitaeren und politischen Lage in Somalia draengen die Diakonie Katastrophenhilfe und "Brot fuer die Welt" auf die unverzuegliche Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen allen Konfliktparteien. "Voraussetzung dafuer sind die Einstellung der US-amerikanischen Luftangriffe, der Abzug der aethiopischen Truppen und der Dialog mit den muslimischen Kraeften im Land", erklaert die Direktorin der evangelischen Hilfsorganisationen, Cornelia Fuellkrug-Weitzel. Die Fortfuehrung der gegenwaertigen Politik hingegen wuerde die gesamte Region destabilisieren.

"Die Hilfe fuer die vom Krieg und der juengsten Flut gebeutelten Menschen und die Notwendigkeit einer politischen Loesung für die Region droht derzeit, hinter den globalen Kampf gegen den Terror zurueck gestellt zu werden", so Fuellkrug-Weitzel. Die "Nachkriegssituation" in Somalia gleiche in vielerlei Hinsicht der Lage in Afghanistan und im Irak. "Die Islamisten werden fuer ihre neue Strategie nicht nur auf die Unterstuetzung aus der arabisch-islamischen Welt zaehlen koennen, sondern auch auf den somalischen Nationalismus, so lange die verhassten aethiopischen Truppen auf somalischem Boden stehen, die Amerikaner im Land operieren und dazu die Islamischen Gerichte mit dem Al-Kaida-Terrorismus gleichsetzen."

Loesungen für die humanitaere und politische Krise in Somalia muessten Vorrang haben und duerften nicht dem globalen Anliegen der Terrorbekaempfung geopfert werden, fordert Fuellkug-Weitzel. Eine zukunftsfaehige Friedensloesung im Interesse umfassender Sicherheit von Millionen Menschen in Somalia vertrage sich nicht mit dem gegenwaertigen Aufbau von Feindbildern im globalen Anti-Terrorkampf. Die Bundesregierung solle ihren Einfluss in der Europaeischen Union und bei den G8 geltend machen und sich fuer eine unverzuegliche Beendigung der Angriffe sowie nationale und regionale Bemuehungen um eine friedliche Loesung einsetzen.

Notwendig seien zudem Vermittlungs- und Friedensbemuehungen der Religionsgemeinschaften und anderer ziviler Kraefte in der Region. Die Staerkung der Zivilgesellschaft sei die Voraussetzung fuer Versoehnung und den Aufbau neuer politischer Strukturen. Eine Verstaerkung der humanitaeren Hilfe und die Verzahnung mit Entwicklungszusammenarbeit muessten Teil der politischen Loesung für Somalia sein, fordert Fuellkrug-Weitzel.

Nur wenn sich die soziale und wirtschaftliche Lage der Menschen in Somalia bessere, sei eine stabile Basis für Regierungshandeln, die Anerkennung des staatlichen Gewaltmonopols und eine friedliche Entwicklung gegeben. Hier muesse sich die internationale Gemeinschaft verstaerkt engagieren.

Somalia ist eines der aermsten Laender der Welt. Das jaehrliche Durchschnittseinkommen liegt bei 80 Euro, 13 Prozent der Kinder sterben, bevor sie das fuenfte Lebensjahr erreichen. Es gibt keine oeffentliche Wasser - oder Stromversorgung und kein staatliches Schulwesen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet als eine der wenigen deutschen Hilfsorganisationen ueber ihren somalischen Partner Daryeel Bulsho Guud (DBG) Nothilfe für 30.000 Menschen, die durch die juengsten Kaempfe aus ihren Haeusern vertrieben wurden. Zudem unterstuetzt sie die Opfer der verheerenden Ueberschwemmungen im Herbst 2006. "Brot fuer die Welt" foerdert die Kirchen in der Region bei ihren Vermittlungsbemuehungen gemeinsam mit anderen Religionsfuehrern.

Das Engagement der beiden Schwesterorganisationen Diakonie Katastrophenhilfe und "Brot fuer die Welt" in Somalia reicht lange zurueck: Waehrend der großen Hungersnot 1992 hatten sie in Mogadischu ein Projektbüro eroeffnet, das seit Anfang 2004 eine eigenstaendige somalische Organisation ist. Durch strikte Neutralitaet hat sich DBG den Ruf eines zuverlaessigen, unabhaengigen Partners erworben. Alle somalischen Clans sind in der Organisation vertreten, die in Mogadischu und in den laendlichen Regionen am Shabelle-Fluss zahlreiche Hilfsprogramme durchfuehrt. Die Hilfe leistet so auch einen Beitrag zur Versoehnung und Zusammenarbeit ueber die Clangrenzen hinweg.

Ein ausfuehrliches Hintergrundpapier zum Konflikt in Somalia finden Sie im Internet unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/somalia.

Spenden unter dem Kennwort "Somalia" erbittet die Diakonie Katastrophenhilfe auf ihr Konto 502 707 bei der Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70.

Spenden sind zudem online ueber das Internet moeglich: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/somalia

Fuer Rueckfragen: Gesine Wolfinger, Telefon 0711-2159-147

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